Die Kulturlandschaft Rheingau ist ein rechtsrheinisches, zwischen Wiesbaden und Lorch gelegenes sanft gewelltes Hügelland, das an den Südhängen des Taunus bis zum Rhein abfällt.

Der Rheingau zeichnet sich durch zahlreiche Sehenswürdigkeiten aus und zählt zu den wichtigsten Anbaugebieten für Qualitätswein in Deutschland.

So herausragend der Rheingau unter dem Gesichtspunkt der Qualität auch ist, hinsichtlich seiner Größe gehört er mit seinen 3100 Hektar Rebfläche zu den kleinsten deutschen Anbaugebieten und rangiert an 7. Stelle. Knapp 2,5 % der deutschen Weinernte werden hier erzeugt -insgesamt etwa 20 Millionen Liter Wein pro Jahr, davon 85 % Weißwein.

Der Durchschnittsertrag liegt bei 6700 Litern pro Hektar, das ist deutlich weniger als der deutsche Durchschnitt von rund 9500 Litern. Unter den Rebsorten nimmt der Riesling mit knapp 80 % die unangefochtene Spitzenstellung ein, während auf den Spätburgunder rund 12,5 und auf den Müller-Thurgau lediglich 2 % entfallen. Die Rieslinge aus dem östlichen und mittleren Rheingau sind, sofern sie von den tiefer gelegenen Lagen auf sandigen Lehmböden stammen, stets voller, kräftiger und im Alter erdiger als jene, die in Rüdesheim auf Schieferverwitterung wachsen. Diese sind eleganter und schillernder. Eine Ausnahme bilden die Weine aus Lorch.

Der Rheingauer Wein ist selbst in kleineren Jahrgängen kein Wein für den schnellen Konsum, sondern sollte wegen seiner markanten Säurestruktur und seiner Komplexität reifen. Je nach Jahrgang und Qualitätsstufe wird dies bei trockenen Weinen vier bis sechs Jahre dauern.

Insgesamt ergibt sich folgende Verteilung:

  • Riesling 78,2 %
  • Spätburgunder 12,7 %
  • Sonstige Weiß 6,2 %
  • Sonstige Rot 2,9 %